Donnerstag, 18. Februar 2021

Altstadtspaziergang- vom Karner, Pichler bis zum unteren Stadttor

Das Haus Nr. 16 vgl. Sattler ist seit 1877 Familienbesitz von Kaspar Karner und erscheint erstmals im Grundbuch auf. Familie Karner betrieb sehr lange eine Schuhmacher Werkstätte. Er machte seinerzeit die besten Arbeitsschuhe für die vielen Holzknechte.  Heute ist das Haus im Besitz seines Sohnes Gerhard Karner.

 Das Haus Nr. 17 vlg. Veidlweber besaß 1872 Anton Uranitsch. 1904 kam es durch einen Leibrentenvertrag an Josef und Maria Stremitzer, seither ist das Haus im Familienbesitz. Um 1940 hatte dort der Elektrikermeister Albin Müller seine erste Werkstätte. Der Baumeister Rudolf Stückler begann um 1960 hier seinen Geschäftsbetrieb. In den 70ziger Jahren betrieb Frau Mitzi Schratter in diesem Haus ein Textilgeschäft, danach hatte Minna Schratter darin einen Schreibwarenladen, der ab 1983 von Hermine Janesch weitergeführt wurde.


Das Haus Nr. 18 vlg. Unterer Meidl besaß 1880 Johann Linzbauer. 1881 kam es in den Besitz von David Meidl. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel kaufte das Haus 1942 Ferdinand Sorger. Die Familie betrieb lange Zeit ein Fuhrunternehmen, weiters befand sich im Haus die Werkstätte von Schuhmacher Franz Zuber. 1954 war die Raiffeisenkasse im Hause Sorger eingemietet (Bild aus diesem Jahr- siehe oben). 




Seit 1976 besitzt das Gebäude die Raiffeisenbank Bad St. Leonhard. Bei der Errichtung der neuen Raiffeisenbank haben darin der Gendarmerieposten und das Notariat Quartier bezogen. 2006 wurde die Bank generalsaniert und auf den modernsten Stand gebracht.

 


Als Besitzer von Haus Nr. 19 vlg. Oster scheint im Jahr 1854 Josef Fuchsbichler im Grundbuch auf. 1888 erwirbt es Franz Köppl. In den folgenden Jahren kommt es durch Erbteilung an mehrere Besitzer im Familienverband Friesacher. Vor langer Zeit war hier auch ein Gasthaus der Susi Friesacher. Als Besitzerin des großen Areals wird danach auch Frau Priska Preis genannt. 1983 geht es in den Besitz von Johann Pichler und Herbert Umschaden. Einige Zeit lang betrieb der Schlosser Hornof im Hof eine Werkstätte. Frau Umschaden hatte im Gewölbe eine Trachtenstube und um das Jahr 2000 arbeitete hier der praktische Arzt Dr. Raimund Steinkellner. Heute ist hier der Optiker Lipp, einige Wohnungen und das Notariat  einquartiert. Das Haus war auch langjähriger Sitz des nun aufgelassenen Bezirksgerichtes und ist als Anrainer des ehemaligen unteren Stadttores mit Resten der mittelalterlichen Stadtmauer sicherlich eines der ältesten Gebäude und Bauwerke der Stadt Bad St. Leonhard.



Das Untere Stadttor zum Hauptplatz, zwischen Uranitsch und dem ehemaligen Bezirksgericht, das allerdings um das Jahr 1970 breiter gemacht wurde.


Elektro Pichler und das Kaufhaus Konsum in den 1980'er


Bilder der sogenannten Leonharder Vorstadt. Vom Mechaniker Dohr zum unteren Stadttor beim Gerichtsgebäude und Uranitsch.


4. Teil am 25. Feber 2021:
Uranitsch - Turnergasse

Donnerstag, 11. Februar 2021

Altstadtspaziergang- vom Limarutti bis Gsodam

Das nächste Haus Nr. 6 am Hauptplatz ist vlg. Mareier, vormals ebenfalls im Besitz von Karl Lichtenegger, wurde im Jahr 1906 vom Uhrmachermeister Karl Limarutti erworben. Bis 1904 war in diesem Haus auch das K & K Postamt untergebracht. Neben dem Uhrenfachgeschäft wurde im Haus auch ein Lebensmittelladen von Familie Girod betrieben. Auch in früherer Zeit waren Wohnräume immer eine Mangelware, im Haus wohnte auch die Hebamme Gutschi und die Familie des Fassbinders Karner, der seinen Betrieb am Viehplatz hinter der Spitalkirche hatte. Der Junge Karl Limarutti war auch Spezialist für große Uhren, da er zusätzlich in der Schweiz eine Ausbildung dafür machte. Der Spitzname für seine Freunde hieß LIMO.  Heute werden die ehemaligen Geschäftsräume von der BKS genutzt. Heute ist das Haus, im Besitz von Fam. Huber. (Die Wohnräume im Obergeschoß wurden zu einem wunderschönen Appartement ausgebaut - mehr dazu in Kürze auf Leonharder Bogspot)


Das nächste in jüngster Zeit schön restaurierte Haus Nr. 7 vlg. Schitterer, seit 1872 im Besitz von Familie Trippolt, die es ebenfalls schon von ihren Vorfahren übernommen haben. Es kam 1914 durch Kauf von Georg Mannsberger, erst durch Rückkauf von Eliese Trippolt, der Großmutter des Heutigen Besitzers, im Jahr 1935 kam wieder in Familienbesitz. 1952 übernahm den Besitz der Fleischhauer Josef Trippolt, der neben der Landwirtschaft eine Fleischerei und ein Gasthaus betrieb. Heute führt sein Sohn, ebenfalls Josef, das mit 3 Hauben ausgezeichnete Restaurant "Zum Bären"
 
Als erster Besitzer des Hauses Nr. 8 vlg. Gruber scheint 1882 Ignatz Gsodam auf, der es ebenfalls schon von seinen Vorfahren übernommen hat. 1891 wurde im Hause Köppl der Spar und Darlehenskassenverein gegründet. 1912 erwirbt es durch Kauf der Bürgermeister Franz Egger, der neben der Landwirtschaft auch schon einen Gastbetrieb führte. Im Jahr 1941 wird es von Konrad Köppl käuflich erworben und ist seither im Besitz der Familie Karl Köppl. Auch hier hatten seinerzeit die uns allen bekannte Lehrerin Frau Lotte Lindner und die Schwester vom Apotheker Weisser, die Frau Mauth, ihren Wohnraum und der praktische Arzt Franz Hollauf eröffnete seine Ordination.   Neben dem Gastbetrieb war im Haus seinerzeit auch das Notariat untergebracht und bot dem Leonharder Männergesangsverein sowie dem Kameradschaftsbund Quartier. Mit kurzen Intervallen war die Pizzeria Leonardo und der Sohn vom Restaurant Bärnthaler am Werken, ab 2020 ist hier nun die Pizzeria „Bauerndorf“.



Vor dem Haus im Grünstreifen zwischen Nebenfahrbahn und Hauptstraße erinnert die im Jahr 1732 errichtete Mariensäule an die Befreiung aus der Pestgefahr. In der unteren Höllgasse ist auch das im 17. Jahrhundert erbaute Pestkreuz

Gasthaus Zollner mit dem Schanigarten


Das Haus Nr. 9 vlg. Zollner, war 1872 im Besitz im Besitz des Michael Grießmayer. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarb es 1895 Franz Egger, der es wiederum 1902 an Frau Johanna Kienzl verkaufte.   Im ersten Stock des Hofgebäudes war ein großer Saal, in dem seinerzeit viele Bälle und Hochzeiten gefeiert wurden. Zeitweise trat hier auch die Leonharder Theatergruppe mit ihren „Stars“ Anna Gmeiner und Viktor Girod auf und die starken Männer der Turnerriege hatten hier ihr Vereinslokal, der praktische Arzt Dr. Herfort seine Ordination. Im sogenannten Koschatstüberl musizierte das Quartett Gsodam – Limarutti – Weishaupt – Brunner 1926.  In der Kriegszeit bis 1945 herrschte hier Isidor Gomahr als Bürgermeister. Erst 1953 erbt er es und betreibt das Gasthaus Kienzl mit seiner Gattin Erna, neben seinem Holzhandel florierte das Gasthaus mit dem Bierdepot hervorragend. Heute ist dieses Haus Eigentum der Kärntner Sparkasse und wurde im Jahr 2019 mit modernem Baustil ganz neu errichtet

Das Schrammelquartett, Gsodam – Limarutti – Weishaupt – Brunner 14.Feber 1926

Ansicht der Häuser vom Gasthof Karl Köppl und Kienzl, als Isidor Gomahr Bürgermeister war, 1940

Das Haus Nr. 10 vlg. Hardegger wird 1879 von Gabriel Mayer käuflich erworben. Im Jahr 1898 errichtet Mag. Wiltschek, im Hause Hardegger die Apotheke „Zum Heiligen Leonhard“, welche später vom Apotheker Franz Weisser weitergeführt wurde.  1943 wird Rosalia Arnold, seit 1948 verehelichte Ogris als Eigentümer eingetragen. Die Bäckerei wurde von Albin Ogris begonnen, er war auch Taxler im Ort.  Die Bäckerei wurde von Hardi Ogris weitergeführt. Die Apotheke „Zum Heiligen Leonhard“ war hier fast 100 Jahre untergebracht.  Peter Gmeiner alias „Fudl“ gründete in jungen Jahren mit seinen Freunden die allseits bekannte „Carinthia Combo“, war lange Zeit als Musikschullehrer tätig und nebenbei noch Obmann der Blaskapellen Schiefling und Leonhard.  Als Besitzer des Hauses eingetragen ist heute die Familie Gmeiner



Das Haus Nr. 12 und 13 bestand ursprünglich aus zwei Häusern, vlg. Schnur und Schlosser. 1857 Aloisia Kircher gehörend, kam durch Verehelichung 1858 an Vinzenz Mayer, dessen Tochter Helena heiratete 1904 Bonifaz Semmelrock. Seither ist das Haus in Familienbesitz einer der ältesten Bürgerfamilien.  Das Eisenwarengeschäft und die Schlosserei Semmelrock waren weit über das Lavanttal hinaus sehr bekannt. Lange Zeit war am Hauptplatz die einzige Tankstelle von Leonhard beim Semmelrock, den Betrieb führten die beiden Brüder Max und Karl, welcher eigentlich mehr mit dem Namen „Muggi“ angesprochen wurde. Um 2002 änderte sich die ganze Geldabwicklung vom Schilling auf Euro. Das Traditionshaus Semmelrock wurde geschlossen, danach zog die Handelsgesellschaft Schlecker in die Lokalität ein. Nun erzeugt hier die Firma „frunix“  fructosefreie Bonbons



Das Haus Semmelrock wurde,  wie die Nachbarhäuser Jost – Gsodam – Karner – Stremitzer,  einen Tag nach dem offiziellen Kriegsende am 9.Mai 1945 durch explodierende, am Hauptplatz, abgestellte Munitionswägen sehr schwer beschädigt. 



Das Haus Nr. 14 vlg. Oberer Meidl war 1878 im Besitz des Johann Feninger der es 1886 an Franz Muzik verkaufte. 1924 erbte Antonia Muzik das Haus, die es durch einen Leibrentenvertrag im Jahr 1926 an Ferdinand Jost übergab, welcher im Haus eine Schneiderei und ein Kleidergeschäft eröffnete. Sein Sohn, Ferdinand Jost jun., baute es zu einem Modegeschäft aus und richtete das erste Fotofachgeschäft im oberen Lavanttal ein. Heut betreibt er einen großen Druckereibetrieb in Liezen. Uns Leonhardern ist er durch seine tollkühnen Runden mit seinem Privatflugzeug über unserem Städtchen sehr bekannt geworden. Einige Zeit wurde das Modengeschäft von Frau Waltraud Maier weitergeführt, dann wurde es zu einer Kraschowitz Bäckerei mit Cafe umgestaltet, seither ist es komplett stillgelegt und wartet auf neues Leben

Das Bild stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1975. Der ganze obere Hauptplatz ist wieder  schön hergerichtet. Eine Tankstelle am Hauptplatz wäre heute nicht mehr möglich.


Das nächste Haus Nr. 15 vlg. Ranner Bäck ist wohl eines der ältesten Häuser im Familienbesitz. 1877 scheint Anna Gsodam, die Witwe des Ignatz Gsodam, der auch das Haus Nr. 8 (heute Köppl) gehörte, als Besitzerin auf. Hermann Gsodam betrieb die Bäckerei und war, mit seinem VW Bus auch lange Zeit der einzige Taxifahrer, bei den Leonhardern auch gut bekannt mit dem Namen „Pater Hermann“. Besitzer der Liegenschaft ist heute der Sohn von Hermann Gsodam, Dr. Christian Gsodam, seinen eigenen Wirkungskreis hat er aber in Brüssel. Zwischen dem Haus Karner und Gsodam kann man einen Blick in die untere Höllgasse und auf das im 17. Jahrhundert erbaute Pestkreuz werfen

Noch einmal die zerstörten Häuser Semmelrock – Gsodam – Karner – Stremitzer.



3. Teil am 18. Feber 2021:
Die Bürgerhäuser Karner, Pichler und unteres Stadttor

Montag, 8. Februar 2021

Gemeinderatswahl 2021- Wählerinformation der Stadtgemeinde

 

Wählerinformation

über die Stimmabgabe bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 

am 28. Februar 2021


Änderung der Wahllokale:

Wahlsprengel 1 - Kulturheim (Haupteingang) 7 Uhr - 16 Uhr

Wahlsprengel 2 - Kulturheim (Eingang Musikschule) 7 Uhr - 16 Uhr

Wahlsprengel 3 - Kulturheim (Eingang Musikheim) 7 Uhr - 16 Uhr

Wahlsprengel 4 - Gasthof Simerlwirt 8 Uhr - 15 Uhr

Wahlsprengel 5 - Hotel Moselebauer 8 Uhr - 15 Uhr

Vorwahltag

Freitag, 19 Februar 2021 von 17 Uhr bis 20 Uhr 

im Kulturheim (Haupteingang)

Bitte beim Betreten der Wahllokale die Schutzmaßnahmen einhalten (FFP2- Maske tragen, 2m Abstand halten, eventuell eigenen Kugelschreiber verwenden). Ausweispflicht !!!


Beantragung der Wahlkarte

- Online Antrag über www.wahlkartenantrag.at oder www.bad-stleonhard-i-lav.at 

- schriftlich bis spätestens 24. Februar 2021 Antragsformular der Wählerverständigungskarte oder formlos (Angabe der Passnummer oder Ablichtung eines Lichtbildausweises)

- persönlich, aber nicht telefonisch  Persönliche Anforderung: Montag bis Freitag in der Zeit von 8 Uhr bis 12 Uhr bis einschließlich Freitag, dem 26. Februar 2021   Es ist der Hintereingang zu nutzen !!!

Die Übernahme einer Wahlkarte für eine andere Person (z.B. Ehegatte/in) ist nur mit einer Vollmacht möglich, wobei die Antragstellung trotzdem schriftlich zu erfolgen hat.


Wichtig ! Bei der persönlichen Beantragung Ihrer Wahlkarte im Gemeindeamt, haben Sie die Möglichkeit sofort mit Ihrer Wahlkarte zu wählen !  (Wahlurne und Wahlzelle wird bereitgestellt)

Sonntag, 7. Februar 2021

Lei Blau 2021

 

Einen Fasching ohne eine Sitzung unserer Faschingsgilde zu erleben, das darf es nicht geben. Und deshalb haben wir uns, in diesem ganz speziellen Jahr, etwas Besonderes einfallen lassen. Wenn ihr nicht zu uns kommt, dann kommen wir zu euch nach Hause. 

Am Faschingsdienstag, dem 16. Feber 2021 um 20 Uhr präsentieren wir die Höhepunkte der Faschingssitzung 2020 auf „Youtube“ !!!

Unser Faschingsfilm soll auch ein Dankeschön sein für unser treues Publikum, das uns in den vergangenen Jahren so zahlreich besucht hat, und mit dem wir so viele unterhaltsame Stunden verbringen durften. Wir wünschen euch gute Unterhaltung und freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen im Fasching 2022, wenn wir euch zu unseren Sitzungen mit unserem Faschingsgruß „Lei Blau – von Reichenfels bis Wiesenau“ begrüßen dürfen.

Eure Faschingsgilde Bad St. Leonhard

Hier vorab das Intro:


Und hier der Link zum Faschingsfilm der am  Faschingsdienstag um 20 Uhr gezeigt wird:





Samstag, 6. Februar 2021

Frunix - Süßes ohne Fructose aus Bad St. Leonhard


Seit einigen Jahren befindet sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Eisenwarengeschäfts der Familie Semmelrock die Manufaktur der Firma Frunix. Renee Hanslik, die Gründerin von Frunix, und ihr Mann, Geschäftsführer Christoph Hanslik produzieren und vertreiben von dort aus verschiedenste fructosefreie Produkte. Gesunde Ernährung und die ursprüngliche Küche waren Frau Hanslik immer schon wichtig. Aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ihrer Kinder entstand die Idee zur Rezeptplattform mitohnekochen.com, einem Webportal für Menschen, die mehr als andere auf ihre Ernährung achten müssen.

Mit Frunix haben sie sich zum Ziel gesetzt, verträgliche und schmackhafte Waren sowohl für Personen mit Fructoseintoleranz als auch für ernährungsbewusste Konsumenten zu entwickeln. Nach einer Entwicklungsphase wurden 2018 erstmals fructosefreie Bonbons angeboten. Da die Nachfrage darauf ständig stieg, wurde das Sortiment erweitert und mittlerweile umfasst dieses auch Vanillezucker, Brotaufstrich als Honigersatz, Maiszucker und Hustensirup.

Renee und Christoph Hanslik wollen mit Frunix den Zugang zu fructosefreien Produkten im Einzelhandel erleichtern und zu einer Selbstverständlichkeit machen. 

Einen weiteren Schritt, diese Vision zu verwirklichen wagten sie kürzlich mit der Teilnahme an der Sendung „2 Minuten- 2 Millionen“, die am kommenden Dienstag, dem 9. Feber 2021 um 20:15 auf Puls4 und auch per Online Stream zu sehen ist. 

Mehr Infos über Frunix und den Produkten „Made in Bad St. Leonhard“ mit Links zur Webseite und Facebookseite findet ihr auf der Regionalseite von "Leonheart":  Regional | Leonheart

Donnerstag, 4. Februar 2021

Altstadtspaziergang- vom oberen Stadttor bis zur oberen Höllgasse

Die Bürgerhäuser am Hauptplatz - vom oberen Stadttor bis zur oberen Höllgasse

Das erste Haus mit der Hausnummer 1 hat den Vulgarnamen Thorschmied.

Als erster Besitzer scheint im Jahr 1854 bzw. 1858 Johann Kienzl auf. 1897 erwirbt die Häuser 1 + 2 von Dr. Max Köhler. Der sie 1901 an Alois und Genoveva Weiß verkauft. 1907 gelangen sie durch Tausch und Trennung der beiden Häuser an Anna und Albin Köppl. Neben der Landwirtschaft betrieb die Familie Köppl auch ein Sägewerk und ein eigenes Kraftwerk neben der nahen Lavant. Die Anwesen wurden 2018 geteilt. Als Besitzer von Haus Nr. 1 scheinen jetzt Herbert und Andrea Müller auf. Sie betreiben hier eine Manufaktur Müller „Feiner Essig – Edler Brand“, in der herrliche Genussmittel erzeugt und verkauft werden.




Haus Nr. 2 vlg. Schlafferbäck 
Das Haus beherbergte früher auch ein Gasthaus und ein Kaufgeschäft mit Tabaktrafik. Durch den alten Hauseingang gelangte man zum Saal im ersten Stock, in dem Hochzeite und Bälle abgehalten wurden und der bis zur Eröffnung des neuen Kinos einem Wanderkino des Herrn Hegedys Quartier bot, 1952 eröffnete Gisela und Otto Köppl das neue „Lichtspieltheater Bad St. Leonhard“. Das Kaufgeschäft mit der Tabaktrafik lautete auf den Namen Anna Köppl, wird aber heute von den Pächtern Karner-Vallant geführt. Als Besitzer des Hauses 2 scheint heute DI. Peter Novak auf. Das Kino wartet heute auf bessere Zeiten, vielleicht kann es doch einmal wieder zum Leben erweckt werde 



Als Besitzer des Hauses Nr. 3 vlg. Salzwimmer 
scheint 1879 erstmalig Josef Lichtenegger auf.  1902 kam es durch Kauf an Carl Moser. Die Familie Moser betrieb ein Kaufgeschäft und eine Weinstube im Haus. Die Tochter von Othmar Moser, Fanny Moser als letzte Erbin, baute das Geschäft weiter aus und richtete darin ein Modegeschäft ein. In den sechziger Jahren mietete sich erst der Konsum ein und danach die Firma Spar. 1985 erwarb das Haus Nr. 3 durch Kauf Andreas Schloffer und baute es mit viel Gespür dafür zu einem „Wohnstudio“ um. Heute ist es ein schönes Beispiel dafür, wie man ein modernes Geschäft und Wohnraum im alten Stadtkern schaffen kann, ohne dem ganzen Gefüge zu Schaden


Am Ende des Hauses kann man einen Blick in die obere Höllgasse werfen, die den Blick auf das Haus Nr. 4 vlg. Titoschuster frei gibt. Rechts nach Haus Nr. 4 stand das Haus Nr. 5 der ehemalige Höllwirt :

Die ehemalige Besitzerin Regina Pöllinger betrieb noch ein Sägewerk. Die sogenannte Braumille Säge. auf der rechten Seite der Stadtausfahrt gegenüber der Tischlerei Stimpfl. Ihr Sohn Dr. Erich Pöllinger stürzte im Haus so unglücklich, das er an den Folgen starb. Heute ist es im Besitz von Mag. Peter De Colle. Rechts im Bild ist der Limarutti Stadel. In den 50ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war in der Höllgasse noch eine „Schwemm“. Dies war eine offene Stelle des Feuerbaches, die nicht nur zur Wasserentnahme für die Feuerwehr im Falle eines Brandes diente, sondern auch den braven Hausfrauen zum schwemmen der Wäsche. Da es gleichzeitig auch ein Kommunikationszentrum war, kann man sich vorstellen, dass auch so manche andere Schmutzwäsche gewaschen wurde. 




2. Teil am 11. Feber 2021:
Vom Limarutti bis Gsodam


Mittwoch, 3. Februar 2021

Altstadtspaziergang - Bürgerhäuser in Bad St. Leonhard im Lavanttal

 


In den kommenden Wochen darf ich euch, liebe Leser meines Blogs, einladen zu einem Altstadtspaziergang in Bad St. Leonhard. Präsentiert wird diese einzigartige Dokumentation vom Hauptplatz unserer Stadt mit seinen historischen Bürgerhäusern von Herrn Karl Unterholzer. Es freut mich sehr, dass ich ab heute jeden Donnerstag ein Kapitel dieser Serie hier auf "Leonharder Blogspot" aufschlagen darf. Ich wünsche euch viel Freude beim Altstadtspaziergang in Bad St. Leonhard:

Die Zeit des langen, winterlichen Corona Lockdowns 2020 – 2021 konnte ich  mit verschiedensten Aktivitäten recht sinnvoll nützen.

Ich habe eine Abhandlung vom „Raunzer“ Bernd Abenthung und mir, die wir zusammen erstellt haben, aus dem Jahr 2007 wiederentdeckt. Es ging um einen Altstadtspaziergang rund um den Leonharder Hauptplatz, vom oberen bis zum unteren Stadttor, mit geschichtlicher Aufarbeitung der Hausnummern mit Vulgarnamen, Jahreszahlen über den Bau der Häuser und Veränderungen der Besitzverhältnisse, aber auch eine Auflistung darüber, wer in den Häusern gewerkt und was sich zugetragen hat. Ich bin mir aber auch bewusst, dass die zeitliche Reihenfolge manchmal sehr schwer nachvollziehbar ist.

Mit manchen alteingesessenen Mitbürgern konnte ich darüber öfter philosophieren und die alte Zeit wieder hervorholen, doch diejenigen, die uns noch etwas sagen können sind schon sehr dünn gesät. Darum ersuche ich sie, mir bei ungenauen Fakten und Jahreszahlen nachsichtig zu sein und bitte um ihre Mitteilung in solchen Fällen, um Korrekturen zu ermöglichen. Mit historischen und neuen Bildern der Gebäude am Hauptplatz soll so manches Geschehen wieder bewusst gemacht werden.

Die Dokumentation ist als Serie über die einzelnen Bürgerhäuser rund um den Hauptplatz gedacht.  Wie kaum ein anderes Städtchen besitzt Bad St. Leonhard einen bereits im ausgehenden Mittelalter großzügig angelegten Hauptplatz. Die folgenden Abschnitte sind deshalb den alten Bürgerhäusern gewidmet, die den Hauptplatz säumen. Als Hauptgrundlage der Bevölkerung war vor allem der Erwerb von Grund und Boden für Handwerksbetriebe und die Landwirtschaft. Ich habe versucht zu jedem Haus eine kurze Chronik zu verfassen. Die Angaben entstammen hauptsächlich den Grundbüchern sowie eigenen Erinnerungen von ausführlichen Gesprächen mit älteren Gemeindebürgern.

 Karl Unterholzer


1. Teil am 4. Feber 2021 (14 Uhr):

 Vom oberen Stadttor bis zur unteren Höllgasse

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