
Großer Applaus, strahlende
Kinderaugen und ein bis auf den letzten Platz gefüllter Festsaal
prägten die beiden Aufführungen des Theaterstücks „Die
Koanz Stadt“
der Schieflinger Rosenkranzkinder. An zwei Sonntagen, jeweils nach
der Heiligen Messe in der Pfarrkirche Schiefling, wurde der Festsaal
des Gasthofes Simmerlwirt zur Bühne für ein außergewöhnliches
Gemeinschaftsprojekt. Insgesamt rund 500 Besucherinnen und Besucher
ließen sich von der Geschichte mitreißen und dankten allen
Mitwirkenden mit lang anhaltendem Applaus.
Das Theaterstück stammt aus
der Feder von Manfred
Schiener-Stürzenbecher
und Edith Kienzl.
Es greift historische Hintergründe aus der Region auf, erzählt die
Geschichte jedoch großteils frei erfunden weiter. Gerade diese
gelungene Verbindung aus Geschichte, Mundart, Humor und christlichen
Werten machte den besonderen Reiz der Aufführungen aus und sorgte
dafür, dass sich viele Besucher in der Handlung wiederfanden.
Im Mittelpunkt standen jedoch
die Kinder. Insgesamt 27
Mädchen und Buben im Alter von vier bis vierzehn Jahren
standen gemeinsam mit drei
Erwachsenen auf
der Bühne. Für viele war es der erste große Theaterauftritt. Mit
sichtbarer Freude, großem Einsatz und viel Herzblut meisterten sie
ihre Rollen und zeigten, was entstehen kann, wenn Kinder die
Möglichkeit bekommen, ihre Talente vor Publikum zu entfalten.
Auch die Erwachsenen prägten
das Theaterstück auf besondere Weise. Manfred
Schiener-Stürzenbecher
schlüpfte mit viel Herzblut in die Rolle des Bauern Koanz. Für
Regie und Textbearbeitung zeichnete die bekannte Lavanttaler
Mundartdichterin Edith
Kienzl
verantwortlich. Gemeinsam mit Dechant
Mag. Martin Edlinger
führte sie als Sprecherin und Erzählerin durch die Handlung und
verlieh dem Stück mit viel Einfühlungsvermögen, Humor und
Feingefühl einen besonderen Charakter.
Auch musikalisch wurde den
Besucherinnen und Besuchern einiges geboten. Der Schieflinger
Kirchenchor
unter der Leitung von Ferdinand
Bischof sorgte
für die stimmungsvolle gesangliche Umrahmung. Unterstützt wurde er
von Religionslehrerin Marianne Gaber mit dem Kinder-Engelchor,
wodurch die Aufführungen eine besonders feierliche und berührende
Atmosphäre erhielten.
Das Theater war weit mehr als
eine gelungene Aufführung. Es war ein Projekt, das die ganze
Dorfgemeinschaft zusammenbrachte. Der Pfarrgemeinderat mit Obmann
Johann Rampitsch sowie viele freiwillige Helferinnen und Helfer
unterstützten bei den Vorbereitungen, beim Bühnenaufbau, hinter den
Kulissen, in der Küche und beim Service sowie beim Zusammenräumen.
In vielen Familien packten Kinder, Eltern und Angehörige
selbstverständlich mit an. Dieses Miteinander machte einmal mehr
deutlich, wie stark der Zusammenhalt in Schiefling gelebt wird.
Das Motto der Schieflinger
Rosenkranzkinder zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte
Projekt:
„Unsere christliche
Heimat Zukunft liegt in den Händen unserer Kinder.“
Genau diese Botschaft wurde
bei den beiden Aufführungen eindrucksvoll sichtbar. Den Kindern
wurde Vertrauen geschenkt, Verantwortung übertragen und eine Bühne
geboten, auf der sie wachsen konnten. Gleichzeitig wurde regionales
Brauchtum gepflegt und ein Stück Heimatgeschichte auf lebendige
Weise weitererzählt.
Der Eintritt erfolgte gegen
eine freiwillige Spende zugunsten der Schieflinger Rosenkranzkinder.
Nach den Vorstellungen waren alle Besucher eingeladen, bei den
traditionellen „Koanz-Nudeln“
noch gemütlich zusammenzusitzen. Auch dieser gesellige Ausklang
zeigte, dass es bei dieser Veranstaltung nicht nur um Theater ging,
sondern vor allem um Begegnung, Gemeinschaft und das Miteinander.
Der große Besucherzuspruch
zeigte eindrucksvoll, welchen Stellenwert solche Veranstaltungen in
der Region haben. Dass rund 500 Menschen die beiden Aufführungen
besuchten, spricht für die Wertschätzung gegenüber den vielen
ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den jungen
Schauspielerinnen und Schauspielern. Die begeisterten Rückmeldungen
aus dem Publikum machten deutlich, dass „Die Koanz Stadt“ nicht
nur unterhalten, sondern auch berührt hat.
Gerade in einer Zeit, in der
vieles schnelllebig geworden ist, sind solche Projekte von
unschätzbarem Wert. Sie verbinden Generationen, stärken das
Gemeinschaftsgefühl und vermitteln den Kindern auf schöne Weise die
Liebe zur Heimat, zum Glauben und zu den eigenen Wurzeln.
Die Schieflinger
Rosenkranzkinder haben mit „Die
Koanz Stadt“
eindrucksvoll bewiesen, dass gelebte Tradition, Zusammenhalt und die
Freude am gemeinsamen Gestalten auch heute nichts von ihrer Bedeutung
verloren haben. Die beiden Aufführungen werden vielen Besucherinnen
und Besuchern noch lange in schöner Erinnerung bleiben.