Seit einem Jahr steht Brigitta Penz an der Spitze des SeneCura Sozialzentrums Bad St. Leonhard. Zeit, auf ein ereignisreiches erstes Jahr zurückzublicken. Im Interview erzählt sie von prägenden Erfahrungen, schönen Momenten, den täglichen Herausforderungen und der Bedeutung eines starken Miteinanders im Haus.
Vor einem Jahr hast du die Leitung des SeneCura Sozialzentrums Bad St. Leonhard übernommen. Wenn du heute zurückblickst: Hast du dir die Aufgabe so vorgestellt?
Ehrlich gesagt: Ja und nein.
Mir
war bewusst, dass die Verantwortung groß ist. Was man aber erst
wirklich versteht, wenn man mittendrin steckt, ist, wie vielfältig
diese Aufgabe tatsächlich ist. Kein Tag gleicht dem anderen. Es geht
um Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, Herausforderungen und Entscheidungen.
Aber eines
kann ich heute mit voller Überzeugung sagen: Ich habe diesen Schritt
keine Sekunde bereut.
⸻
Was hat dich in diesem ersten
Jahr am meisten beeindruckt?
Wie viel Herz in diesem Haus
steckt.
Unsere Bewohnerinnen und Bewohner stehen bei allem,
was wir tun, im Mittelpunkt. Gleichzeitig darf man nie vergessen,
dass hinter einem guten Haus immer Menschen stehen, die jeden Tag ihr
Bestes geben.
Besonders freut es mich, wenn Besucherinnen und
Besucher, Angehörige oder Interessierte unser Haus zum ersten Mal
betreten und schon nach kurzer Zeit sagen: „Hier herrscht eine
besondere Stimmung.“
Genau das wünsche ich mir. Dass
Menschen spüren, wie familiär, herzlich und wertschätzend es bei
uns zugeht. Diese Atmosphäre kann man nicht verordnen. Sie entsteht
durch die Menschen, die hier arbeiten, durch den respektvollen Umgang
miteinander und durch das ehrliche Interesse an den Menschen, die bei
uns leben.
Gab
es auch Momente, in denen du an deine Grenzen gekommen
bist?
Natürlich.
Wer Verantwortung für Menschen
trägt, nimmt vieles mit nach Hause. Es gibt Entscheidungen, die
nicht leichtfallen, schwierige Gespräche und Situationen, die einen
auch persönlich berühren.
Gerade zu Beginn musste ich
lernen, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Rückblickend waren
genau diese Momente aber oft die wertvollsten, weil sie mich
persönlich und beruflich weitergebracht haben.
Ich habe
gelernt, dass man nicht alles alleine tragen muss. Man wächst mit
seinen Aufgaben und vor allem mit den Menschen an seiner Seite. Und
manchmal gibt es im Leben Menschen, die an einen glauben, wenn man
selbst noch zweifelt. Menschen, die Kraft geben, zuhören und Mut
machen. Für solche Menschen bin ich sehr dankbar.
⸻
Was
liegt dir persönlich besonders am Herzen?
Das Wohlbefinden
unserer Bewohnerinnen und Bewohner.
Für die Menschen, die
hier leben, ist unser Haus ihr Zuhause. Deshalb sind es oft die
kleinen Dinge, die den Unterschied machen: Zeit für ein Gespräch,
ein offenes Ohr oder ein gemeinsames Lachen.
Mir ist wichtig,
dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur gut betreut werden,
sondern sich gesehen, respektiert und wertgeschätzt fühlen.
Menschlichkeit darf in der Pflege niemals verloren gehen.
⸻
SeneCura
setzt auf das Modell der dualen Führung. Wie wichtig ist es,
jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem man Verantwortung teilen
kann?
Sehr wichtig!
Gerda Monsberger ist seit 2021 Teil
unseres Hauses. Sie war zunächst als DGKP tätig, später
Wohnbereichsleiterin und trägt seit Anfang dieses Jahres als
Pflegedienstleiterin die Verantwortung für den Pflegebereich.
Die
Pflege ist ihr Bereich, die organisatorischen Themen sind meine
Schwerpunkte. Trotzdem treffen wir die meisten Entscheidungen
gemeinsam, weil wir beide davon überzeugt sind, dass die besten
Lösungen im Austausch entstehen.
Gerda ist fachlich
unglaublich kompetent, lösungsorientiert und gleichzeitig ein Mensch
mit ganz viel Herz. Sie verliert nie den Blick für unsere
Bewohnerinnen und Bewohner und steht auch für unsere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer mit Rat und Tat zur
Seite. Viele Dinge funktionieren deshalb so gut, weil wir
einander vertrauen und offen miteinander sprechen können. Gerade in
einem so verantwortungsvollen Arbeitsumfeld ist es unbezahlbar,
jemanden an seiner Seite zu haben, auf den man sich jederzeit
verlassen kann.
Ich bin unglaublich dankbar, sie an meiner
Seite zu haben.
⸻
Wie wichtig ist die Unterstützung
aus der Region für euer Haus?
Sehr wichtig.
Wir dürfen
uns wirklich glücklich schätzen, Teil einer Gemeinde zu sein, die
uns immer wieder unterstützt und begleitet. Egal ob bei Festen,
Veranstaltungen oder gemeinsamen Projekten – wir spüren, dass
unser Haus in Bad St. Leonhard einen hohen Stellenwert hat.
Dafür
möchte ich mich ganz herzlich bei der Gemeinde bedanken. Diese
Unterstützung ist keineswegs selbstverständlich und zeigt, wie
wichtig das Miteinander in unserer Region ist.
Unsere
Bewohnerinnen und Bewohner profitieren davon ganz besonders. Durch
diese Zusammenarbeit entstehen immer wieder schöne Begegnungen,
gemeinsame Aktivitäten und wertvolle Momente.
Genau diese
Verbundenheit macht Bad St. Leonhard für mich aus.
⸻
Worauf
bist du nach diesem ersten Jahr besonders stolz?
Auf unser
Team.
Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag
leisten, verdient größten Respekt. Sie begleiten Menschen in
wichtigen Lebensphasen, schenken Sicherheit, Aufmerksamkeit und oft
auch Trost.
Besonders stolz macht mich der Zusammenhalt. Jeder
Bereich trägt seinen Teil dazu bei, dass sich unsere Bewohnerinnen
und Bewohner wohlfühlen.
Genau dieses Miteinander macht unser Haus
aus.
Wenn ich sehe, wie selbstverständlich man sich
gegenseitig unterstützt, füreinander einspringt und gemeinsam nach
Lösungen sucht, dann weiß ich, dass wir etwas Besonderes
haben.
⸻
Wie schaffst du es, bei all der
Verantwortung einen Ausgleich zu finden?
Meine Tiere sind mein
Ausgleich.
Wenn ich nach Hause komme und Zeit mit meinen
Pferden, Eseln und den anderen Tieren verbringe, kann ich abschalten
und neue Energie tanken. Sie holen mich zurück ins Hier und Jetzt
und schenken mir Ruhe nach oft intensiven Tagen.
Gleichzeitig
weiß ich aber auch, dass vieles ohne die Menschen im Hintergrund
nicht möglich wäre. Es gibt Menschen, die einen unterstützen,
Verständnis haben und einem den Rücken stärken. Dafür bin ich
sehr dankbar.
⸻
Gibt es etwas, worauf sich die Menschen in Bad St. Leonhard heuer noch freuen dürfen?
Ja.
Viele Menschen kennen unser Haus nur von außen. Deshalb möchten wir heuer einen Informationstag veranstalten und Interessierten die Möglichkeit geben, unser Haus kennenzulernen, Fragen zu stellen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wir möchten zeigen, wie unser Alltag aussieht, wer die Menschen hinter den Türen sind und was unser Haus ausmacht. Wir freuen uns schon jetzt darauf, viele Besucherinnen und Besucher bei uns begrüßen zu dürfen.
⸻
Was möchtest du zum Abschluss sagen?
Danke.
Danke an unsere Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Vertrauen. Danke an die Angehörigen für die gute Zusammenarbeit.
Danke an die Gemeinde Bad St. Leonhard, an Vereine, Schulen, Ehrenamtliche und alle Menschen, die unser Haus immer wieder unterstützen und begleiten.
Und vor allem danke an unser Team. Ihr seid das Herz dieses Hauses. Ohne euch wäre all das nicht möglich.
Ob in der Pflege, der Reinigung, der Küche, der Verwaltung, der Animation oder der Haustechnik – jeder einzelne Beitrag zählt. Erst gemeinsam machen wir dieses Haus zu dem besonderen Ort, den so viele Menschen wahrnehmen, sobald sie unsere Türen betreten.
Und die Freude auf alles, was wir gemeinsam noch erleben und gestalten werden.







Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen