Samstag, 30. Mai 2026

Ein Jahr als Heimleiterin: „Menschen stehen bei uns immer an erster Stelle“

 

Seit einem Jahr steht Brigitta Penz an der Spitze des SeneCura Sozialzentrums Bad St. Leonhard. Zeit, auf ein ereignisreiches erstes Jahr zurückzublicken. Im Interview erzählt sie von prägenden Erfahrungen, schönen Momenten, den täglichen Herausforderungen und der Bedeutung eines starken Miteinanders im Haus.


Vor einem Jahr hast du die Leitung des SeneCura Sozialzentrums Bad St. Leonhard übernommen. Wenn du heute zurückblickst: Hast du dir die Aufgabe so vorgestellt?

Ehrlich gesagt: Ja und nein.
Mir war bewusst, dass die Verantwortung groß ist. Was man aber erst wirklich versteht, wenn man mittendrin steckt, ist, wie vielfältig diese Aufgabe tatsächlich ist. Kein Tag gleicht dem anderen. Es geht um Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Herausforderungen und Entscheidungen.
Aber eines kann ich heute mit voller Überzeugung sagen: Ich habe diesen Schritt keine Sekunde bereut.


Was hat dich in diesem ersten Jahr am meisten beeindruckt?

Wie viel Herz in diesem Haus steckt.
Unsere Bewohnerinnen und Bewohner stehen bei allem, was wir tun, im Mittelpunkt. Gleichzeitig darf man nie vergessen, dass hinter einem guten Haus immer Menschen stehen, die jeden Tag ihr Bestes geben.
Besonders freut es mich, wenn Besucherinnen und Besucher, Angehörige oder Interessierte unser Haus zum ersten Mal betreten und schon nach kurzer Zeit sagen: „Hier herrscht eine besondere Stimmung.“
Genau das wünsche ich mir. Dass Menschen spüren, wie familiär, herzlich und wertschätzend es bei uns zugeht. Diese Atmosphäre kann man nicht verordnen. Sie entsteht durch die Menschen, die hier arbeiten, durch den respektvollen Umgang miteinander und durch das ehrliche Interesse an den Menschen, die bei uns leben.


Gab es auch Momente, in denen du an deine Grenzen gekommen bist?

Natürlich.
Wer Verantwortung für Menschen trägt, nimmt vieles mit nach Hause. Es gibt Entscheidungen, die nicht leichtfallen, schwierige Gespräche und Situationen, die einen auch persönlich berühren.
Gerade zu Beginn musste ich lernen, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Rückblickend waren genau diese Momente aber oft die wertvollsten, weil sie mich persönlich und beruflich weitergebracht haben.
Ich habe gelernt, dass man nicht alles alleine tragen muss. Man wächst mit seinen Aufgaben und vor allem mit den Menschen an seiner Seite. Und manchmal gibt es im Leben Menschen, die an einen glauben, wenn man selbst noch zweifelt. Menschen, die Kraft geben, zuhören und Mut machen. Für solche Menschen bin ich sehr dankbar.


Was liegt dir persönlich besonders am Herzen?

Das Wohlbefinden unserer Bewohnerinnen und Bewohner.
Für die Menschen, die hier leben, ist unser Haus ihr Zuhause. Deshalb sind es oft die kleinen Dinge, die den Unterschied machen: Zeit für ein Gespräch, ein offenes Ohr oder ein gemeinsames Lachen.
Mir ist wichtig, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur gut betreut werden, sondern sich gesehen, respektiert und wertgeschätzt fühlen. Menschlichkeit darf in der Pflege niemals verloren gehen.

SeneCura setzt auf das Modell der dualen Führung. Wie wichtig ist es, jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem man Verantwortung teilen kann?

Sehr wichtig!
Gerda Monsberger ist seit 2021 Teil unseres Hauses. Sie war zunächst als DGKP tätig, später Wohnbereichsleiterin und trägt seit Anfang dieses Jahres als Pflegedienstleiterin die Verantwortung für den Pflegebereich.
 

Die Pflege ist ihr Bereich, die organisatorischen Themen sind meine Schwerpunkte. Trotzdem treffen wir die meisten Entscheidungen gemeinsam, weil wir beide davon überzeugt sind, dass die besten Lösungen im Austausch entstehen.
Gerda ist fachlich unglaublich kompetent, lösungsorientiert und gleichzeitig ein Mensch mit ganz viel Herz. Sie verliert nie den Blick für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und steht auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer mit Rat und Tat zur Seite. Viele Dinge funktionieren deshalb so gut, weil wir einander vertrauen und offen miteinander sprechen können. Gerade in einem so verantwortungsvollen Arbeitsumfeld ist es unbezahlbar, jemanden an seiner Seite zu haben, auf den man sich jederzeit verlassen kann.
Ich bin unglaublich dankbar, sie an meiner Seite zu haben.


Wie wichtig ist die Unterstützung aus der Region für euer Haus?

Sehr wichtig.
Wir dürfen uns wirklich glücklich schätzen, Teil einer Gemeinde zu sein, die uns immer wieder unterstützt und begleitet. Egal ob bei Festen, Veranstaltungen oder gemeinsamen Projekten – wir spüren, dass unser Haus in Bad St. Leonhard einen hohen Stellenwert hat.
Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei der Gemeinde bedanken. Diese Unterstützung ist keineswegs selbstverständlich und zeigt, wie wichtig das Miteinander in unserer Region ist.
Unsere Bewohnerinnen und Bewohner profitieren davon ganz besonders. Durch diese Zusammenarbeit entstehen immer wieder schöne Begegnungen, gemeinsame Aktivitäten und wertvolle Momente.
Genau diese Verbundenheit macht Bad St. Leonhard für mich aus.

Worauf bist du nach diesem ersten Jahr besonders stolz?

Auf unser Team.
Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag leisten, verdient größten Respekt. Sie begleiten Menschen in wichtigen Lebensphasen, schenken Sicherheit, Aufmerksamkeit und oft auch Trost.
Besonders stolz macht mich der Zusammenhalt. Jeder Bereich trägt seinen Teil dazu bei, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen.
 

Genau dieses Miteinander macht unser Haus aus.
Wenn ich sehe, wie selbstverständlich man sich gegenseitig unterstützt, füreinander einspringt und gemeinsam nach Lösungen sucht, dann weiß ich, dass wir etwas Besonderes haben.


Wie schaffst du es, bei all der Verantwortung einen Ausgleich zu finden?

Meine Tiere sind mein Ausgleich.
Wenn ich nach Hause komme und Zeit mit meinen Pferden, Eseln und den anderen Tieren verbringe, kann ich abschalten und neue Energie tanken. Sie holen mich zurück ins Hier und Jetzt und schenken mir Ruhe nach oft intensiven Tagen.
Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass vieles ohne die Menschen im Hintergrund nicht möglich wäre. Es gibt Menschen, die einen unterstützen, Verständnis haben und einem den Rücken stärken. Dafür bin ich sehr dankbar.


Gibt es etwas, worauf sich die Menschen in Bad St. Leonhard heuer noch freuen dürfen?

Ja.
Viele Menschen kennen unser Haus nur von außen. Deshalb möchten wir heuer einen Informationstag veranstalten und Interessierten die Möglichkeit geben, unser Haus kennenzulernen, Fragen zu stellen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wir möchten zeigen, wie unser Alltag aussieht, wer die Menschen hinter den Türen sind und was unser Haus ausmacht. Wir freuen uns schon jetzt darauf, viele Besucherinnen und Besucher bei uns begrüßen zu dürfen.


Was möchtest du zum Abschluss sagen?

Danke.
Danke an unsere Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Vertrauen. Danke an die Angehörigen für die gute Zusammenarbeit.
Danke an die Gemeinde Bad St. Leonhard, an Vereine, Schulen, Ehrenamtliche und alle Menschen, die unser Haus immer wieder unterstützen und begleiten.
Und vor allem danke an unser Team. Ihr seid das Herz dieses Hauses. Ohne euch wäre all das nicht möglich.
Ob in der Pflege, der Reinigung, der Küche, der Verwaltung, der Animation oder der Haustechnik – jeder einzelne Beitrag zählt. Erst gemeinsam machen wir dieses Haus zu dem besonderen Ort, den so viele Menschen wahrnehmen, sobald sie unsere Türen betreten.


Wenn ich auf dieses erste Jahr zurückblicke, dann erfüllt mich vor allem eines: Dankbarkeit.
Und die Freude auf alles, was wir gemeinsam noch erleben und gestalten werden.

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